Grundsätzlich...

"Es gibt keine bessere Praxis als eine gute Theorie" hat Kurt Lewin formuliert. Uns war und ist für die PFP wichtig, dass theoretische Fundierung und praktische Wirksamkeit in Verbindung (ja eigentlich Synthese) stehen. Wann immer wir Neues am Institut weiterentwicklen, überprüfen wir es auf die theoretische Haltbarkeit als auch auf die konkrete Wirksamkeit beim Einsatz in den Kindergärten, Schulen und Familien.

Bei all unseren Veranstaltungen und Innovationsbegleitungen ist es uns ein Anliegen, dass die theoretischen Hintergründe leicht nachvollziehbar und verständlich sind, denn - wie schon gesagt - "bessere Praxis basiert auf einer guten Theorie".

Lernende und Schulen/KG als "nicht-lineare dynamische Systeme"

Menschen und soziale Systeme entwickeln sich im Fluss der Zeit und können durch die Komplexität der Umwelt und dem zeitlichen Fluß unserer Existenz schon per se nur dynamisch sein. Solche Dynamiken entsprechen einem permanenten Fluktuieren zwischen besser und schlechter Gelingen und können daher keine Zustandsbilder sondern nur Zeitreihen sein. Alle konzeptionellen als auch emprischen Befunde zeigen klar, dass Menschen sich nicht-linear entwickeln (Heinz v. Foerster hätte es "nicht-trivial" genannt). Damit sind sämtliche klassische Vorgehensweisen und Analysen "auf Sand gebaut", denn diese gehen von Linearität und Stabilität aus.

Neueste Forschungsarbeiten, vor allem von Günter Schiepek und Guido Strunk (Systemische Psychologie) fassen diese Befunden zusammen und kommen zu neuen Grundannahmen von Menschen und Systemen. Sie beziehen sich dabei auch auf die "Synergetik" des Physikers Haken, der auf diese Konzepte in all seinen Arbeiten hinweist. Dabei wird deutlich, dass nicht nur die Nicht-Linearität sondern auch die Nicht-Determiniertheit beim Lernen relevant ist. Zukünftige Ereignisse und Entwicklungen lassen sich durch die vielen Rückkoppelungen und Selbstorganisationsprozesse nicht vorhersagen.

Wir haben das Konzept der nicht-linearen Entwicklung von Lernen in all unsere Instrumente und die Haltung einfliessen lassen, wodurch die Wahrnehmung von mehr Potenzial möglich wird.

Autonomie, Selbststeuerung und Konstruktivismus

Spätestens seit den Arbeiten von Maturana und Varela ist klar, dass Menschen "autopoietisch" geschlossen sind und damit immer auf der Basis der eigenen inneren Logik operieren (nicht nur bei Kleinkindern wird das täglich klar). Daher ist jede DIREKTE Steuerung von außen vergeblich, denn alle Lernenden operieren autonom. Dies ist der Hintergrund für unser Prinzip, dass "SchülerInnen" ans Lenkrad des Lernens gesetzt werden müssen und im Rahmen von Wahlmöglichkeiten ihre autonomen Entscheidungen über sinnvolle Lernwege treffen können. Ebenso liegt hier eine der wesentlichen theoeretischen Fundierungen für Individualisierung und Personalisierung.

Auch die konstuktivistische Position in Bezug auf "Lernende konstruieren ihre eigene Wirklichkeit" ist mit diesen Konzepten verbunden

Zukunftskonzepte

Die Theorie der PFP integriert vor allem finale Zukunftskonzepte (z.B. Mihai Nadin) und sieht daher gegenwärtiges Lernen von der Zukunft her. Kurz formuliert heißt dies, dass aktuelle Lernschritte immer von der besser gelingenden Zukunft her gesehen werden. Damit werden deutlich optimistischere Sichtweisen beim Lernen und auch im Umgang miteinander im Bildungssystem möglich.

Diese Sichtweise des Lernens "von der besser gelingenden Zukunft her" verbinden wir mit dem Konzept der Selbststeuerung. Wenn die Lernenden ihre eigene Entwicklung vom "besser Gelingen" her entwerfen, so können sie sich mit größerer Wahrscheinlichkeit in diese Richtung auch entwickeln. Damit erleben diese in häufigeren Fällen mehr Selbstwirksamkeit, die mit Selbstvertrauen korreliert.

Positive Psychologie und "solution-focused approach"

Die theoretischen und empirischen Konzepte der Forschungsgruppe um Martin Seligman und ebenso von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg sind ebenso in unser Theoriekonzept integriert. Seligman hat ja durch seinen Wandel von der "erlernten Hilflosigkeit" zum "erlernten Optimismus" selber einen radikalen Perspektivenwechsel durchschritten und die Techniken und kreativen Denkweisen von de Shazer und Berg haben unsere Arbeit stark beeinflußt. 

Ein potenzialfokussierter Schultag

Ein erster Einblick in den Schulalltag einer potenzialfokussierten Schule - Itter, Tirol

Zur Opens external link in new windowORF-Reportage über die Potenzialfokussierte Schule Itter 

Artikel: "Potenzialfokussierte Bewertung in Schulen"

Erfahren Sie, wie potenzialfokussierte Bewertung von SchülerInnen funktioniert
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